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kulturpur
der kulturblog von margrit schaller
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Die unsichtbare Katastrophe
Swetlana Alexijewitsch: Tschernobyl, im Strauhof Zürich „Ich glaube, dass Tschernobyl dennoch bis heute nicht wirklich reflektiert und vollständig verstanden wurde…“ das sagt die belarussische Autorin im Interview im März 2026. Und beim Gang durch die Ausstellung im Strauhof denkt man, dass sie Recht hat. Sie bezieht sich damit auch auf den Angriff der Russen auf die Ukraine, mit dem im Februar 2022 Tschernobyl unter ihre Herrschaft fällt. Ein Drohnenangriff reisst ein 15m2 g
Margrit Schaller


Lebensfreude verboten
DER LETZTE SOMMER DER TAUBEN von Abbas Khider Noch nie habe ich über das zutiefst menschenfeindliche Regime der Mudschahedin (oder der Taliban, oder dem IS…) aus dieser Perspektive gelesen. Nämlich aus der eines 14-jährigen Jungen, er heisst Noah. Er wächst in einem liberalen Milieu auf und dadurch sind die unglaublichen Verbote und Eingriffe nach der Machtergreifung des Kalifats umso drastischer. Das Café seines Vaters wird geschlossen, die Mutter darf, wie alle Frauen, ab s
Margrit Schaller


Die Träume nicht aufgeben!
CALLE MALAGA von Maryam Touzani Ok, der Film ist etwas romantisch. Aber nicht kitschig. Es geht um die Möglichkeiten der Selbstbestimmung im Alter. Maria Angela (Carmen Maura) ist Spanierin, lebt seit Jahrzehnten in ihrer Wohnung im spanischen Viertel von Tanger und ist dort sehr verwurzelt. Sie ist Witwe, ihre Tochter Clara (Marta Etura) lebt mit den Enkeln in Madrid. Und nun kommt sie und eröffnet der Mutter, dass sie sich trennt, Geld braucht und die Wohnung verkaufen wird
Margrit Schaller


Im Hustvedt Fieber
WAS ICH LIEBTE von Siri Hustvedt Ja, sie beschäftigt mich seit ein paar Wochen mit einer Anziehung und Faszination, wie ich sie selten durch Literatur und Film erlebt habe. Nach ihrem GHOST STORIES und dem Dokumentarfilm über sie habe ich diesen Roman aus dem Gestell genommen und bin damit abgetaucht. Unglaublich, wie wenig Inhalt mir geblieben ist seit dem erstmaligen Lesen vor 22 Jahren, aber an die Spannung kann ich mich gut erinnern – die ist wohl diesmal noch stärker. Er
Margrit Schaller


Gescheit, ehrlich, hochbegabt, feministisch
DANCE AROUND THE SELF von Sabine Lidl Das sind einfach vier Adjektive – es könnten viele mehr sein – die mir bei Siri Hustvedt in den Sinn kommen. Der Dokumentarfilm über sie, für den die deutsche Regisseurin während vier Jahren gedreht hat, zeigt eine Künstlerin, die bereit ist, viel von sich und ihrem Leben zu zeigen – wie schon in ihrem Buch GHOST STORIES. Ihre Ehe mit Paul Auster – die beiden galten während Jahren als das glänzendste Intellektuellen-Paar New York’s - än
Margrit Schaller


Lifelong Love
GHOST STORIES von Siri Hustvedt Nein, der Titel gefällt mir nicht wirklich – aber die 400 Seiten haben mich nachhaltig beeindruckt. Bald nach dem Tod ihres Mannes Paul Auster am 30. April 2024 begann Siri Hustvedt mit diesem «Buch der Erinnerung». Es beinhaltet die intensive Begleitung des krebskranken Paul, sein Sterben, ihr Überleben, den Abschied, den Schmerz. Und viel mehr: Erzählungen aus ihrem gemeinsamen Leben – sie waren 43 Jahre zusammen. Der Beginn ihrer Liebe und ü
Margrit Schaller


Schmerz und Trost
DIE SPÄTEN TAGE von Natascha Wodin Ich habe sicher schon lange kein Buch mehr so langsam, mit so vielen Pausen gelesen, wie dieses. Natascha Wodin (geb. 1945) lässt uns teilhaben an ihrem Leben im Haus am See in Mecklenburg. Dort lebt sie, nach vielen Jahren in Berlin, zusammen mit der späten, grossen Liebe Friedrich. Das ist ein Teil der Geschichte, diese späte, heftige Liebe, die vor einigen Jahren stürmisch begann und nun in den Alterbeschwerden und Schmerzen der beiden ze
Margrit Schaller


Berlinale: Dao – Das Leben als kreisende Bewegung
Alain Gomis im Wettbewerb der Berlinale 2026 Drei Stunden. Doch man schaut nicht auf die Uhr. Nicht weil Dao einen packt und mitreisst wie ein Thriller. Sondern weil er einen langsam, fast unmerklich in sich aufnimmt. „Eine ewige Kreisbewegung, die die Realität umrahmt" – so beschreibt das Presseheft den Film, und für einmal ist das keine Werbelyrik, sondern eine präzise Beschreibung. Neun Jahre nach seinem Silbernen Bären für Félicité kehrt der franko-senegalesische Regisseu
Elena Wilhelm und Margrit Schaller
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